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Elterngeld

Kontakt:  
Einwohnermeldeamt Miltach
Kötztinger Str. 3, 93468 Miltach
Tel.: 09944 / 3415-0     Fax: 09944 / 3415-22
Ansprechpartner im Rathaus:
Stefanie Wagner
09944/3415-15
stefanie.wagner@miltach.de

Elterngeld  - Ein Ausgleich für den Verdienstausfall -

Einführung

Für Kinder die ab dem 1.Januar 2007 geboren werden können Eltern das sogenannte Elterngeld erhalten. Diese neue staatliche Leistung löst das bisherige Erziehungsgeld ab, das ab diesem Zeitpunkt ersatzlos wegfällt.

„Mit dem Elterngeld fördert der Staat junge Familien in den ersten Monaten nach der Geburt des Kindes. Die Bundesregierung erhofft sich von den Neuregelungen einerseits einen positiven Einfluss auf die Geburtenrate, zum anderen sollen die finanziellen Benachteiligungen von Eltern gegenüber Kinderlosen abgebaut und die Gleichberechtigung von Mann und Frau gefördert werden.

Das Elterngeld soll Mütter und Väter in der Frühphase ihrer Elternschaft unterstützen und dazu beitragen, dass in diesem Zeitraum finanzielle Einschränkungen ausgeglichen und Eltern Kinderlosen finanziell annähernd gleichgestellt werden. Im Gegensatz zu der bisherigen Sozialleistung Erziehungsgeld, ist das Elterngeld eine Entgeltersatzleistung, die sich am vorangegangenen Nettoeinkommen des betreuenden Elternteils orientiert.

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Anspruchsberechtigte

Anspruch auf Elterngeld hat, wer mit seinem Kind in einem Haushalt lebt und dieses Kind selbst betreut und erzieht.

Wenn die Eltern wegen einer schweren Erkrankung, Behinderung oder Tod das Kind nicht selbst betreuen können, können das Elterngeld auch Verwandte bis zum dritten Grad und ihre Ehegatten oder Lebenspartner erhalten.
Für angenommene Kinder kann das Elterngeld bis Ende des achten Lebensjahres für 12+2 Monate ab dem Zeitpunkt der Aufnahme des Kindes gewährt werden.

Voraussetzung für den Bezug von Elterngeld ist, dass die betreffenden Eltern im Bezugszeitraum keine bzw. keine volle Erwerbstätigkeit ausüben. Dies ist dann der Fall, wenn die wöchentliche Arbeitszeit im Durchschnitt 30 Stunden wöchentlich nicht übersteigt.

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Antragstellung

Der Antrag auf Elterngeld ist zeitnah nach der Geburt des Kindes zu stellen, denn das Elterngeld wird rückwirkend nur für drei Monate gezahlt. Bereits im Antrag müssen die Eltern bestimmen, welcher Elternteil für welchen Zeitraum das Elterngeld ausgezahlt erhalten soll. Eine nachträgliche „nderung soll nur in besonderen Härtefällen möglich sein.

Zuständig für die Bewilligung und Auszahlung des Elterngeldes ist das:

Zentrum Bayer
für Familie und Soziales-Region

Oberpfalz-Landshuter Str. 55
93053 Regenburg
Tel.:   0941 / 7809-00
Fax:   0941 / 7809-1414
e-Mail: poststelle.opf@zbfs.bayern.de


Die folgenden Unterlagen sollten zur Antragstellung mitgebracht werden:

    • Geburtsbescheinigung des Kindes*
    • Nachweise zum Einkommen vor der Geburt*
    • Bescheinigung der Krankenkasse über das Mutterschaftsgeld
    • Bescheinigung über den Arbeitgeberzuschuss zum Mutterschaftsgeld
    • Bestätigung der beabsichtigten Arbeitszeit während des Elterngeldbezugs
    • Eigenerklärung der beabsichtigten Arbeitszeit

Die mit * gekennzeichneten Unterlagen müssen in jedem Fall vorgelegt werden. Ob auch die anderen Bescheinigungen und Erklärungen abgegeben werden müssen, hängt von der individuellen Situation des Antragstellers ab.

Im Antrag muss angegeben werden, in welchen Monaten der einzelne Antragsteller das Elterngeld beziehen möchte. Im Falle einer Inanspruchnahme der Verlängerungsoption muss auch dieses bereits bei der Antragstel-ung angegeben werden.

Für die Ermittlung der Höhe des Elterngeldes benötigt die Elterngeldstelle die Einkommensnachweise der relevanten Kalendermonate. Wenn der Antragsteller während des Bezugs des Elterngeldes erwerbstätig sein möchte, dann muss im Antrag, neben der Anzahl der Wochenstunden, auch die voraussichtliche Höhe des Einkommens aus dieser Erwerbstätigkeit angegeben werden.

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Höhe des Elterngeldes

Die Höhe des Elterngeldes orientiert sich am Nettoeinkommen, das vor der Geburt des Kindes erzielt wurde.

Fällt das bisherige Einkommen eines Elternteils wegen der Kindererziehung vollkommen weg, beträgt das Elterngeld grundsätzlich 67 % des in den letzten zwölf Monaten vor der Geburt des Kindes erzielten durchschnittlichen monatlichen Nettoeinkommens, höchstens jedoch 1.800 ?.

Ist das Nettoeinkommen vor der Geburt geringer als 1000 EUR monatlich, wird das Elterngeld von 67 % auf bis zu 100 % angehoben. Für je 2 EUR, die das Einkommen unter 1 000 EUR liegt, steigt die Einkommensersatzleistung um 0,1 %.

Das Elterngeld beträgt mindestens 300 EUR pro Monat und steht auch dem vor der Geburt nicht erwerbstätigen Elternteil zu. Dieses Mindestelterngeld wird nicht als Einkommen bei anderen Sozialleistungen (z. B. Arbeitslosengeld II) berücksichtigt.

Siehe hierzu unsere weiteren Ausführungen am Ende dieser Seiten bei:
Modellbeispielen über die Höhe des Elterngeldes “ und
Elterngeld und Erwerbstätigkeit mit Beispielen “.

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Anspruchsdauer

Das Elterngeld wird insgesamt für zwölf Monate gezahlt und kann um zwei Partnermonate verlängert werden, wenn auch der zweite Elternteil mindestens zwei Monate Elternzeit in Anspruch nimmt. Die Eltern können die zwölf Monate ( nicht die 2 Partnermonate ) frei untereinander aufteilen.

Sie haben die Möglichkeit, dass sich zunächst die Mutter sieben Monate um die Erziehung kümmert und anschließend der Vater für die verbleibenden sieben Monate Elterngeld beansprucht.

Alleinerziehende können die vollen 14 Monate für sich beanspruchen.
Auch eine Halbierung des Zahlbetrags ist auf Antrag möglich. In diesem Fall verlängert sich die Bezugsdauer des Elterngeldes dann auf bis zu 28 Monaten.

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Steuern und Sozialabgaben:

Das Elterngeld ist zwar steuerfrei und sozialabgabenfrei. Allerdings unterliegt es bei der Berechnung des Steuersatzes für Einkommensteuer dem so genannten Progressionsvorbehalt. Das bedeutet, dass Elterngeld wird zu dem zu versteuernden Einkommen hinzugerechnet und auf der so erhöhten Einkommensbasis wird der Steuersatz für die Einkommensteuer ermittelt. Dieser Steuersatz wird dann auf das zu versteuernde Einkommen (ohne Elterngeld) angewendet. Damit wird das Elterngeld zur Ermittlung der Höhe des Steuersatzes mit einbezogen.

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Elternzeit

Mit der Einführung des Elterngeldes wird die Antragsfrist auf Elternzeit verbessert. Bisher musste die Elternzeit acht Wochen vor Beginn beim Arbeitgeber angekündigt werden. Diese Frist ist auf sieben Wochen verkürzt. Dagegen entfällt die bislang verminderte Antragsfrist von sechs Wochen bei Inanspruchnahme der Elternzeit unmittelbar nach der Geburt bzw. nach dem Ende der Schutzfrist. Gleichzeitig bleibt der Kündigungsschutz von acht Wochen vor Beginn sowie während der Elternzeit erhalten.

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Krankenversicherungsschutz

Die Mitgliedschaft in der Kranken- und Pflegeversicherung besteht weiter, solange Elterngeld gezahlt oder Elternzeit in Anspruch genommen wird.

Gesetzlich krankenversicherte Arbeitnehmer bleiben für die Dauer des Bezugs von Elterngeld beitragsfrei in der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung. Die Beitragsfreiheit erstreckt sich jedoch nur auf das Elterngeld und nicht auf weitere Einnahmen, über die Versicherte daneben verfügen und aus denen bereits vor dem Elterngeldbezug Beiträge entrichtet wurden. Unberührt bleibt daher zum Beispiel die Beitragspflicht aus einer neben dem Elterngeld bezogenen Rente, Arbeitsentgelt oder Arbeitseinkommen.

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Modellbeispiele über die Höhe des Elterngeldes:

  • Der Normalfall beim Elterngeld:
    Elterngeld wird in Höhe von 67 Prozent des in den zwölf Kalendermonaten vor dem Monat der Geburt des Kindes durchschnittlich erzielten monatlichen Einkommens aus Erwerbstätigkeit gezahlt.
  • Der Höchstbetrag beim Elterngeld:
    Es werden maximal 1.800 Euro Elterngeld pro Monat gezahlt.
    • Beispiel:
      Sie erzielten ein "Netto-Einkommen" in Höhe von 3.000 Euro. 67 % von 3.000 Euro sind 2.010 Euro. Da der Höchstbetrag bei 1.800 Euro liegt, bekommen Sie nur 1.800 Euro und nicht 2.010 Euro Elterngeld pro Monat ausgezahlt.
  • Der Sockelbetrag ( Mindestbetrag ) beim Elterngeld:
    Wer die Anspruchsvoraussetzungen des Elterngeldes erfüllt, bekommt das Elterngeld mindestens in Höhe des Sockelbetrages. Auch wer vor der Geburt des Kindes kein Einkommen aus Erwerbstätigkeit bezog, hat Anspruch auf den Sockelbetrag. Der Sockelbetrag beträgt 300 Euro Elterngeld pro Monat.
    • Beispiel:
      Sie waren vor der Geburt des Kindes arbeitslos und hatten somit kein Einkommen aus Erwerbstätigkeit. Durch die Regelung des Sockelbetrages bekommen Sie trotzdem ein Elterngeld, und zwar in Höhe von 300 Euro pro Monat. Dieses Elterngeld wird nicht auf Ihre anderen Sozialleistungen angerechnet.
  • Die Geringverdiener-Komponente beim Elterngeld ( bei Einkommen unter 1.000 ? ):
    Um Personen mit einem geringen Einkommen (bis 1.000 Euro "Netto-Einkommen" besser zu stellen, als Personen die keiner Erwerbstätigkeit nachgehen, wurde die Geringverdiener-Komponente eingeführt. Durch diese Regelung bekommen Geringverdiener zusätzlich zu den 67 % Ihres "Netto-Einkommens" noch einen Erhöhungsbetrag ausbezahlt.
    • Beispiel: bei 700 ? Nettoeinkommen
      Differenz:
      zwischen 1.000 ? und dem tatsächl. Einkommen von 700 ?  =  300 ?
      Berechnung der Erhöhung:
      300 ? : 2 ? x 0,1 %  der Erhöhungsbetrag beträgt somit  =   15 %
      Höhe des Elterngeldes:
      700 ? x 82 %  (67 % + 15%) =  574,-- ? Elterngeld
  • Erhöhung bei Mehrlingsgeburten:
    Bei Mehrlingsgeburten bekommen Sie für jedes weitere Kind ein zusätzliches Elterngeld in Höhe von 300 Euro.
    • Beispiel:
      Sie sind Vater oder Mutter von Drillingen geworden. Für das erste Kind bekommen Sie das Elterngeld nach den normalen Vorschriften des Elterngeldes. Für das zweite und dritte Kind bekommen Sie jeweils 300 Euro ausbezahlt. Wenn Ihr "Netto-Einkommen" 2.000 Euro beträgt, bekommen Sie davon 67 %, also 1.340 Euro für das erste Kind. Für das zweite Kind gibt es 300 Euro und für das dritte Kind ebenfalls 300 Euro. Insgesamt bekom-men Sie dann 1.940 Euro Elterngeld.
  • Der Geschwisterbonus beim Elterngeld:
    Den Geschwisterbonus gibt es, wenn neben dem „neuen“ Kind mindestens ein Geschwisterkind unter 3 Jahren oder zwei Geschwisterkinder unter 6 Jahren vorhanden sind.
    Der Geschwisterbonus beträgt 10 % des Elterngeldes ohne Geschwisterbonus. Wenn diese 10 % weniger als 75 Euro betragen, wird der Geschwisterbonus auf 75 Euro erhöht.
    • Beispiele zum Geschwisterbonus
       
      Beispiel A:
      Anton wurde am 01.04.2005 geboren. Lena wird voraussichtlich am 01.06.2007 geboren. Vor der Geburt von Anton hatten Sie ein "Netto-Einkommen" in Höhe von 1.500 Euro. Vor der Geburt von Lena waren Sie in Eltern-zeit und hatten kein Einkommen aus Erwerbstätigkeit.
      Sie bekommen einen monatlichen Geschwisterbonus in Höhe von 75 Euro.
       
      Beispiel B:
      Josef wurde am 01.07.2005 geboren. Maria wird voraussichtlich am 01.06.2007 geboren. Vor der Geburt von Josef hatten Sie ein "Netto-Einkommen" in Höhe von 1.500 Euro. Vor der Geburt von Maria waren Sie in Elternzeit und hatten kein Einkommen aus Erwerbstätigkeit.
      Sie bekommen einen monatlichen Geschwisterbonus in Höhe von 75 Euro.
  • Ablauf des Geschwisterbonusses:
    Der Geschwisterbonus fällt weg, wenn die Anspruchsvoraussetzungen (siehe oben) nicht mehr erfüllt werden. Wenn es nur ein Geschwisterkind gibt und dieses Geschwisterkind seinen dritten Geburtstag feiert, verliert der Elterngeldbezieher ab dem auf den Geburtstag folgenden Lebensmonat des Kindes seinen Geschwisterbonus.

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Elterngeld und Erwerbstätigkeit:

Das Elterngeld bekommen Sie auch, wenn Sie nach der Geburt des Kindes wieder arbeiten. Sie können also gleichzeitig Elterngeld beziehen und arbeiten. Damit Sie Ihren Anspruch auf das Elterngeld nicht verlieren, dürfen Sie im Durchschnitt eines Monats aber nur 30 Wochenstunden arbeiten, arbeiten Sie länger dann haben Sie keinen Anspruch auf Elterngeld.

Die nachfolgenden Beispiele gelten deshalb nur dann, wenn Sie durchschnittlich weniger als 30 Wochenstunden pro Monat arbeiten.
Durch Ihre Erwerbstätigkeit reduziert sich aber die Höhe des Elterngeldes. Sie bekommen dann nur noch 67 % der Differenz Ihres Einkommens vor und nach der Geburt des Kindes als Elterngeld ausbezahlt. Das Einkommen vor der Geburt wird dazu auf 2.700 Euro reduziert, wenn es eigentlich höher war.

Wenn Ihr Einkommen während des Bezugs des Elterngeldes höher als Ihr Einkommen vor der Geburt des Kindes ist, bekommen Sie kein Elterngeld ausbezahlt.

  • Beispiel A:
    Sie hatten vor der Geburt ein "Netto-Einkommen" in Höhe von 2.000 Euro. Drei Monate nach der Geburt werden Sie wieder erwerbstätig und verdienen 1.500 Euro "Netto-Einkommen".
    • Vor Ihrer Arbeitsaufnahme bekamen Sie ein Elterngeld
      i.H.v. =  1.340 Euro (67 % von 2.000 Euro).
    • Während der Erwerbstätigkeit erhalten Sie ein Elterngeld
      i.H.v. =  335 Euro (67 % von 500 Euro).
  • Beispiel B:
    Sie hatten vor der Geburt ein "Netto-Einkommen" in Höhe von 1.500 Euro. Sechs Monate nach der Geburt sind Sie wieder erwerbstätig und verdienen 500 Euro "Netto-Einkommen".
    • Vor Ihrer Arbeitsaufnahme bekamen Sie ein Elterngeld
      i.H.v. =  1.005 Euro (67 % von 1.500 Euro).
    • Während der Erwerbstätigkeit erhalten Sie ein Elterngeld
      i.H.v. =    670 Euro (67 % von 1000 Euro).
  • Beispiel C:
    Sie hatten vor der Geburt ein "Netto-Einkommen" in Höhe von 400 Euro. Sechs Monate nach der Geburt sind Sie wieder erwerbstätig und verdienen 300 Euro "Netto-Einkommen".
    • Vor der Aufnahme der Erwerbstätigkeit bekamen Sie ein Elterngeld in Höhe von 388 Euro (Geringverdiener-Komponente).
    • Während der Erwerbstätigkeit hätten Sie nach der allgemeinen Berechnung nur einen Anspruch auf 67 Euro (67 % von 100 Euro). Hier greift aber der Sockelbetrag und Sie bekommen daher 300 Euro Elterngeld ausbezahlt.

Weitere Informationen zum Thema Elterngeld:

finden Sie in der Info-Broschüre des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, die unter der folgenden Adresse eingesehen und auch heruntergeladen werden kann.

Info-Broschüre Elterngeld:     http://www.bmfsfj.de/Kategorien/Publikationen/Publikationen,did=89272.html

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